Der deutsche Aktienmarkt stürzt am Nachmittag regelrecht ab. Die gestrige kurze Erholung ist bereits wieder gelaufen, rote Vorzeichen dominieren das Gesamtbild. Die Angst vor einer europäischen Staatspleite, klare Anzeichen für langsameres Wachstum in der Volksrepublik China und erschreckend schwaches US-Verbrauchervertrauen lassen die allgemeine Verunsicherung um sich greifen. Aktuell notiert der DAX bei 5.950 Punkten mit über 3% im Minus.
Das Verbrauchervertrauen ist in den USA überraschend eingebrochen. Der US-amerikanische Vertrauensindex notiert im Juni bei 52,9. Erwartet wurde er allerdings im Bereich 62 bis 63,5. Im Vormonat hatte er bei 62,7 notiert. Dies ist kein gutes Zeichen für die Konjunkturlage in den USA. Die Anleger schmissen daraufhin Ihre Stücke auf den Markt.
Sorgen um das Wirtschaftswachstum in China drücken den Markt heute deutlich runter. Das Conference Board in New York hatte nachträglich den Index der wichtigsten chinesischen Wirtschaftsindikatoren für April wegen eines Berechnungsfehlers deutlich nach unten korrigiert. Anleger in Europa und den USA projezieren das schwache chinesische Ergebnis auf die heimische Wirtschaft, die Sorgenfalten vergrößern sich. Ein Stocken der chinesischen Konjunkturlokomotive belastet vorallem deutsche Unternehmen mit hohem Exportanteil.
Charttechnisch hat sich das Bild im deutschen Leitindex deutlich eingetrübt. Das schnelle Fallen durch die psychologisch wichtige Marke von 6.000 Zählern ist sehr negativ zu werten. Erst ein rasches zurückerobern der 6.000er Marke würde das Bild wieder aufhellen. Danach sieht es allerdings gerade gar nicht aus.
Marktbericht von Patrick Pflüger, IG Markets