Belastend wirkten heute vor allem schlechte Nachrichten aus Spanien für den Finanzsektor. Der Gewinneinbruch der renomierten BBVA schlägt vielen Anlegern auf den Magen und setzt sämtliche Finanzwerte deutlich unter Verkaufsdruck. Die sich abzeichnenden strengeren Regularien für die Finanzbranche veranlassten die Analysten von Morgan Stanley zudem zu einer pessimistischeren Einschätzung für den gesamten Sektor. Auch die Straffung der chinesischen Geldpolitik bremst die Euphorie.
Gute Quartalsbilanzen wie gestern von Siemens oder jüngst von SAP verpuffen angesichts der Sorgen um die internationalen Bankgeschäfte. Immerhin verhalf die Bilanz des Software-Riesen SAP dem Papier zum zeitweisen Plus von knapp 0,5%.
Die Fragezeichen in den Köpfen der Anleger in Bezug auf die Entwicklung der Geldmärkte in nächster Zukunft nehmen zur Zeit Überhand und lassen sich an sämtlichen Indizes der Weltbörsen ablesen. Zudem bleiben die jüngsten Aussagen von US-Präsident Obama zur strikteren Bankenkontrolle noch zu vage formuliert und lassen somit viel Spielraum zur Spekulation. Die bevorstehende erste Rede des Präsidenten zur Lage der Nation heute Nacht verspricht etwas Aufklärung und konkretere Ansätze. Ebenso im Fokus wird der Zinsentscheid der US-Notenbank stehen. Bis dahin üben sich die Marktteilnehmer in Zurückhaltung.
Marktbericht von Mark Rohles, IG Markets