Die Pläne von Barack Obama, die Banken künftig stärker an die Kandarre zu nehmen, verderben am heutigen Freitag vielen Anlegern die Laune. Nachdem bereits am Donnerstagabend die Wall Street ins Minus gedrückt wurde, folgte am Freitag im Dax der Absturz um zeitweise über 1,5% unter die 5700 Punkte.
Erwartungsgemäß waren in erster Linie die Finanztitel die Leidtragenden der Äußerungen von Präsident Obama. Die Deutsche Bank fiel um fast 4,5%. Risikogeschäfte zur Gewinnmaximierung sollten laut Obama zukünftig mit strengen Handelsregeln eingeschränkt werden. Mit Gewinneinbußen auf dem Bankensektor wird fest zu rechnen sein, auch wenn die Auswirkungen auf die europäischen Finanzinstitute noch nicht klar absehbar sind und abzuwarten bleibt, wie die europäischen Regierungen auf die Reformpläne Obamas reagieren werden. Auch die Deutsche Börse musste unter den Aussagen des US-Präsidenten leiden und sank um über 4% in die roten Zahlen. Bemerkenswertester Tagesverlierer war jedoch die Lufthansa mit Abschlägen von über 6%. Die Aussagen des Finanzchefs Gemkows auf einer Analystenkonferenz, nach denen einige Analysteneinschätzungen deutlich zu hoch ausgefallen seien, verhalfen der Airline zum Sinkflug.
Dementsprechend groß war die Abverkaufsbereitschaft der Investoren nicht nur in Deutschland. In ganz Europa tauchten besonders die Finanztitel auf den Verkaufslisten auf.
Positive Zahlen von den Industrieaufträgen der Eurozone im November 09 oder über den Erwartungen liegende Quartalszahlen von General Electric konnten die Stimmung wenig aufhellen und prallten an den Hiobsbotschaften für die Finanzmärkte aus den USA ab. Aufgrund der schwachen Umsätze der letzten Wochen wirkten sich diese Nachrichten doppelt massiv aus.
Marktkommentar von Mark Rohles, Marktanalyst, IG Markets