BMW wünscht Loyalität von Mitarbeitern – Gewerkschaft protestiert

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BMW leidet derzeit unter Absatzproblemen: In den ersten 5 Monaten des Jahres 2009 ist der Fahrzeugabsatz um 21 Prozent eingebrochen. Natürlich sucht das Management nach Absatzkanälen, die noch ausgeschöpft werden können. Und so kam man auf die Mitarbeiter, die ohnehin zu sehr guten Konditionen BMW oder Mini fahren könnten, und verteilte auf den Mitarbeiterparkplätzen Karten, die an Fahrzeuge anderer Hersteller gesteckt wurden. Auf den Karten stand:

“Sie arbeiten gerne bei uns. Sie wissen Ihren Arbeitsplatz und Ihr Einkommen zu schätzen. Aber Sie fahren ein Fahrzeug der Konkurrenz”

Zu Deutsch: Wir erwarten von Mitarbeitern, die sich mit Ihrem Arbeitgeber identifizieren (und das sollten alle Mitarbeiter), dass diese auch unsere Fahrzeuge fahren. Ein, wie ich meine, durchaus berechtigtes Interesse.

Die IG Metall sieht das natürlich anders. Zwar möchte man, dass die Mitarbeiter mehr verdienen und dafür möglichst wenig arbeiten, aber ein Produkt des Arbeitgebers zu nutzen? Nein das geht zu weit. Und so erblödet sich der IG-Metall Chef von Bayern, Werner Neugebauer, nicht, folgendes Statement gegenüber der Bild abzugeben: “Es kann nicht sein, dass Job und Existenz eines Arbeitnehmers davon abhängig sind, welches Produkt er kauft.”

Stimmt, Herr Neugebauer, wenn man es so allgemein sagt. Aber hier ging es doch um etwas anderes: Es geht um das Meistern der Krise zusammen und es geht auch darum, wer dem Arbeitnehmer das Gehalt zahlt und woher die Gehaltszahlungen kommen. Die kommen nämlich direkt vom Kunden und nicht von der Gewerkschaft. Der Kunde ist derjenige, der entscheidet, ob der Mitarbeiter seinen Job gut macht und dafür zu honorieren ist. Und wenn der Kunde gleichzeitig Mitarbeiter ist, dann zeigt er damit, dass er voll hinter seinem Arbeitgeber und seinen Produkten steht. Es geht damit um Identifikation mit dem Unternehmen und das zählt gerade heute mehr denn je.

Oder, um es anders zu sagen: “Es kann nicht sein, dass der Mitarbeiter ein gutes Einkommen erhält, wenn er nicht einmal bereit ist, das mit seinen Kollegen hergestellte Fahrzeug zu fahren.”

Noch eine Variante: “Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen in Schwierigkeiten gerät, weil die Mitarbeiter lieber Produkte der Konkurrenz fahren”.

Darüber sollte man mal nachdenken, bevor man sich hier als Gewerkschaft ein Eigentor schießt.

Eingetragen von admin   @   16. Juni 2009 0 Kommentar(e)
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