Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter des krisengeschüttelten Immobilienfinanziers Hypo Real Estate werden ihren Job verlieren. Das ist die neueste Meldung aus dem Konzern, der mit Steuergeldern gerettet werden musste und erst vor wenigen Tagen Besuch von der Staatsanwaltschaft beakm. Der neue Konzernchef Axel Wieandt will mit dieser radikalen Maßnahme den Konzern verschlanken und langfristig sanieren.
Doch erst einmal benötigt der Konzern mehr Geld: Die bereits erhaltenen 50 Milliarden Euro reichen offenbar nicht aus. Deshalb verhandelt das Unternehmen bereits mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung über weitreichende Unterstützungsmaßnahmen. Nach einem weiteren Verlust von 3,1 Milliarden Euro im dritten Quartal ist auch für das vierte Quartal nicht mit einer Erholung zu rechnen.
Die Position der Hypo Real Estate ist dennoch gut, denn die Politik weiß, dass ein Konkurs des Immobilienfinanzierers auch andere Banken mitreißen würde. Vorstände haben es dagegen nicht mehr so leicht: Am Wochenende beschloss der Aufsichtsrat die Trennung von mehreren Vorständen, darunter auch Finanzchef Markus Fell, dem vorgeworfen wird, die Situation der Hypo Real Estate verschleiert und schön geredet zu haben. Ob die Trennung von den Vorständen mit den jüngst erhoben Vorwürfen der Marktmanipulation zu tun haben, war bisher nicht zu erfahren.
Nach über 90% Kursverlusten ist Hypo Real Estate ab heute nicht mehr im Dax vertreten.