Heute wurden nun also die Urteile gesprochen, in der wohl peinlichsten Affäre in der deutschen Wirtschaft. Ex-Personalchef Klaus-Joachim Gebauer kommt mit Bewährung davon, Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert soll für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Die Rechtsanwälte der Beschuldigten wollen jetzt Revision einlegen.
Mann o mann, die sollten ihren Mund halten und die Urteile dankbar annehmen. Überlegen wir doch nochmal, was denn den Herren zur Last gelegt wurde:
Personalchef Gebauer hat Lustreisen und Prostituierte für Betriebsräte, Politiker und Manager organisiert, beziehungsweise dafür gesorgt, dass bei Firmenreisen der Lustfaktor nicht zu kurz kam. Ein Verfahren, welches vom Vorgesetzten angeordnet wurde und garnicht mal so unüblich ist. Gebauer hat das also nicht aus eigenem Antrieb getan, sondern weil sein Arbeitgeber das so wollte. In der Stellenbeschreibung hieß das dann “Betreuung des Betriebrates und Spesenabrechnung”. Sein Chef, der Hartz, der ja auch dafür bekannt ist, dass durch die nach ihm benannte Hartz IV-Lösung Millionen Deutsche fast verhungern, hatte ihm das aufgetragen und wurde ja auch mittlerweile wegen Untreue in bald 50 nachgewiesenen Fällen rechtskräftig verurteilt. So gesehen ist der Gebauer also ein ausführendes Organ gewesen, der, wenn er nicht mitgespielt hätte, heute Polos zusammenschrauben würde. Gebauer hat sich im gesamten Verfahren kooperativ verhalten und erheblich zur Aufklärung beigetragen.
Nicht zuletzt deshalb – und weil er ja eigentlich mehr der Erfüllungsgehilfe des Peter Hartz war, kommt Gebauer – wie erwartet – mit Bewährung davon, ist also ein freier Mann.
Ganz anders sieht es bei dem Mann aus, der eigentlich der Vertreter der Arbeitnehmer, der Angestellten und Arbeiter, bei VW gewesen sein sollte: Klaus Volkert. Dieser hatte das Glück, bei VW so geachtet und entlohnt zu werden, wie ein Markenvorstand. Zusätzlich sollte Gebauer ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen. Als die Prostituierte langweilig wurden, legte sich Volkert eine brasilianische Geliebte zu und verprasste mit ihr fast 700.000 Euro. Nein, nicht von seinem Geld, alles auf Kosten von VW und mit Billigung der Personalabteilung.
Mehrere Jahre auf anderer Leut Kosten in Saus und Braus gelebt, da sind zwei Jahre und neun Monate Gefängnis mit Sicherheit nicht zuviel.
Das Gericht hat hier also Recht gesprochen. Damit sollte man die Sache ruhen lassen.